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Lisdexamfetamin

Aus ADHSpedia
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Elvanse ist in Deutschland seit April 2013 zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen

Lisdexamfetamin, das in Deutschland unter den Handelsnamen Elvanse und Elvanse Adult erhältlich ist, ist ein synthetisch hergestelltes Arzneimittel, das zur Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen vorgesehen ist. Für Erwachsene ist seit 2019 das Präparat Elvanse Adult zugelassen. Lisdexamfetamin ist in Deutschland in der Anlage III des BtMG aufgeführt und somit als verkehrsfähiges und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft.[1]

In den Vereigten Staaten wird Lisdexamfetamin unter dem Handelsnamen Vyvanse vertrieben.

Das Präparat wurde vom Pharmahersteller New River Pharmaceuticals Inc. entwickelt. Im Jahr 2007 übernahm der britische Pharmakonzern Shire plc (Takeda Pharmaceutical) die Rechte an der Substanz.

Wirkungsweise

Der Mechanismus der therapeutischen Wirkung Lisdexamfetamin ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich beruht er auf einer vermehrten Freisetzung von Noradrenalin und Dopamin in den synaptischen Spalt. Diese Ausschüttung wird vor allem durch eine Umkehr der Arbeitsrichtung der Dopamintransporter (DAT) bewirkt. Im Gegensatz zum Prinzip der Wiederaufnahmehemmung (wie etwa bei Methylphenidat) wird dabei der Transmitterspiegel unabhängig von der Aktivität der Nervenzelle erhöht.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind verminderter Appetit, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzhen, Oberbauchschmerzen und Gewichtsabnahme. Bei missbräuchlicher Verwendung besteht ein Suchtrisiko[2]

Kontroversen

False Claims Act aufgrund irreführender klinischer Angaben (USA)

Im Jahr 2014 wurde der Hersteller Shire plc zu einer Zahlung von 56,5 Millionen US-Dollar verurteilt.[3] Grund waren laut den Justizbehörden irreführende klinische Angaben über die Wirksamkeit unter anderem von Vyvanse (Handelsname von Elvanse in den USA). Dabei soll Shire irreführende Behauptungen über das Missbrauchspotential des Präparats gemacht haben und angegeben haben, die Therapie mit Vyvanse könne Autounfälle, Scheidungen, Arbeitslosigkeit und Festnahmen verhindern. Von den 56,5 Millionen US-Dollar wurden 35,7 Millionen US-Dollar der Regierung und 20,7 Millionen US-Dollar dem Medicaid-Programm zugewendet.

Siehe auch: Ritalin-Sammelklagen

Nutzenbewertung in Deutschland

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bescheinigte Lisdexamfetamin keinen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie (multimodales Therapiekonzept mit Methylphenidat-Behandlung). Tobias Banaschewski bezeichnete das Urteil auf einer vom Hersteller Shire Deutschland veranstalteten Pressekonferenz als „absurd“ und „ignorant gegenüber den gängigen Leitlinien“.[4] Ebensowenig nachvollziehbar sei die Zulassung des Präparats als Secondline-Therapeutikum, da die internationalen Leitlinien den Wirkstoff als gleichwertig zu Methylphenidat betrachteten. Nachdem auch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zu dem Schluss kam, dass für Lisdexamfetamin im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie kein Zusatznutzen besteht,[5] traf der G-BA letztlich im November 2013 jedoch den endgültigen Beschluss, dass für das Präparat kein Zusatznutzen belegt ist.[6]

Weitere Amphetamine

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise


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